Das Projekt

Aufbruch in eine erneuerbare Zukunft

Das Projekt ist seit dem 31.01.2013 abgeschlossen!


„Windenergie hat größtes Potenzial”

„Die Potenzialermittlungen im Landkreis Harz zeigen, dass sich ländliche Regionen vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen können. Vor allem die Windenergie stellt das größte Potenzial zur Verfügung, da sie mit Abstand am wenigsten Fläche für einen hohen Energieertrag benötigt. Windenergie ist sehr kostengünstig. Man sollte überlegen, die Eignungs- und Vorrangflächen weiter auszuweiten. […]”

Dipl.-Ing. Markus Speckmann, Energiesystemtechniker, Mitarbeiter am Fraunhofer IWES in Kassel

Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien in der Stromversorgung bringt neue Herausforderungen, aber auch Chancen für die Energieversorgung der Zukunft mit sich. Wie kann die Stromversorgung auf Grundlage erneuerbarer Energien künftig gewährleistet werden? Eine mögliche Antwort liefert die Regenerative Modellregion Harz.

Durch die Koordination von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch will die Region zeigen, dass mit einem maximalen Anteil erneuerbarer Energieträger eine stabile, zuverlässige und verbrauchernahe Versorgung mit elektrischer Energie möglich ist. Künftig sollen die mehr als 240.000 Einwohner im Landkreis Harz mit regenerativen Energien versorgt werden. Rund ein Drittel der hier verbrauchten Elektrizität wird derzeit regenerativ gewonnen. Die Stadt Dardesheim mit ihren rund 1.000 Einwohnern produziert bereits heute um ein Vielfaches mehr Strom aus erneuerbaren Energieträgern, als sie selbst beansprucht.

Die zentrale Herausforderung: Versorgungssicherheit meistern

Viele regenerative Energieerzeuger – von Windturbinen über Photovoltaikanlagen bis hin zu Wasserkraftanlagen – bieten ideale Bedingungen für die technische und wirtschaftliche Erschließung sowie die Einbindung erneuerbarer Energieressourcen.
Das Problem: Im Gegensatz zu fossilen oder nuklearen Kraftwerken speisen Solar- und Windkraftanlagen sehr unregelmäßig Strom ein – der regenerativ erzeugte Strom ist somit schwer steuerbar. Hierin liegt die große Herausforderung des Modellprojekts RegModHarz: Erzeugung, Speicherung und Verbrauch müssen deshalb so koordiniert werden, dass die Versorgungssicherheit zu jeder Zeit gewährleistet ist.

Die Regenerative Modellregion Harz (RegModHarz) ist eines von sechs Modellprojekten, das im Rahmen der Initiative E-Energy gefördert wird. Die Leitziele des Projekts sind:

  • Aufbau einer funktionsfähigen Leitstelle zur Steuerung des virtuellen Kraftwerks Harz
  • Vermarktung des im virtuellen Kraftwerk Harz erzeugten Stroms
  • Netz-Monitoring und Systemdienstleistungen zur Unterstützung des Netzbetriebs

Stromverbrauch und Erzeugung im Landkreis Harz

Der Stromverbrauch des Landkreises Harz wurde für das Jahr 2008 auf rund 1.300 Gigawattstunden (GWh) beziffert. Zum Vergleich: Der Brutto-Inlandsstromverbrauch der Bundesrepublik lag 2008 bei 615.000 GWh (destatis). Ein typischer 3-Personen-Haushalt benötigt etwa 4.000 kWh (4 MWh bzw. 0,004 GWh) pro Jahr.

Die Stromerzeugung im Landkreis Harz erfolgt ausschließlich aus Wind- und Photovoltaikanlagen, Wasserkraft-, Biogas- und Biomasseanlagen sowie mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW). 2008 wurden insgesamt 467 GWh Strom im Landkreis Harz erzeugt. Dies entspricht auf das Jahr bezogen rund 36 % des Stromverbrauchs. Der Anteil der Wind- und Solarenergie lag bei 69 % (321 GWh). Mehr Informationen

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